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Wolfgangs Bastelkeller

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Selbstbau-Verstärker für Kopfhörer

einfach aber gut

W.Höffchen, Oktober 2010

 

Jahrelang hatte ich meine Sennheiser 'reference' Kopfhörer nicht mehr benutzt, jetzt beim Neuerwerb eines AV-Receivers musste ich natürlich auch den Kopfhöreranschluß testen und war mal wieder vom Klang der Hörer angetan.

Nun hat so ein Anschluß den Nachteil, dass der Amp eingeschaltet sein muss.

Um ganz früh morgens oder auch abends oder wann immer (also bei relativ ruhiger Umgebung) sich mal 'seine Musik' über Kopfhörer anzuhören, war aus meiner Sicht also ein autarker Kopfhörerverstärker nötig

In jungen Jahren hatte ich schon mal Platinen geätzt und mit Amps und Mischpulten herumgelötet, dazu gehörte natürlich auch ein Kopfhörer-Verstärker, abgekupfert aus einem der legendären RIM Kataloge, damals noch in diskreter Bauweise.

Dieser war wirklich gut, leider hatte ich aber vor Jahrzehnten in einem Anfall von Aufräumwut die alten Zeitschriften und Kataloge (eben auch die von RIM) der Resteverwertung zugeführt, so dass mir der Schaltplan leider nicht mehr zur Verfügung steht.

Aber es gibt ja eben noch jenes wohlbekannte Forum des LS-Bau, in dem man einen Großteil seiner Fragen, die irgendwie mit Audio zu tun haben, beantwortet bekommt.
So bekam ich den Verweis auf folgende Seite: 'fralu' - Ursprung des Kopfhörer-Verstärkers.

Das sah alles sehr vielversprechend aus, daher entschied ich mich, das Teil nachzubauen.
Der dortige 'Originalaufbau' erschien mir jedoch zu großzügig im Platzbedarf, daher erstellte ich mein eigenes Layout.
Die Bauteilebeschaffung lag im Bereich von geschätzten 15 Euro, daher gab es keinerlei weitere Überlegungen, es wurde bestellt und gebaut. Das wird nun im Folgenden in Text und Bild beschrieben.

 

Aufbau auf einer Lochrasterplatine
Ich entschied mich der Einfachheit halber für einen Aufbau auf einer Lochrasterplatine mit 2,5mm Loch-Rasterung.

Den 2.220µf Elko habe ich 'flachgelegt', da er sonst die Aufbauhöhe gravierend erhöht hätte.
Durch diese Maßnahme gelang es, die Bauhöhe auf Potentiometerhöhe zu halten, so dass das Ganze in ein relativ flaches Gehause gesetzt werden kann.
Natürlich kann man auch gleich die axiale Version nehmen, diese hatte ich aber nicht bestellt.

'Bestromt' wird der Verstärker durch ein 9 Volt Steckernetzteil, von denen habe ich ohnehin eine Menge herumliegen. Daher bot sich dieses an.

Es wird zwar empfohlen, das Gerät mit einer Spannung von 12 Volt zu betreiben, aber ich habe bisher im 9 Volt-Betrieb keinerlei Nachteile bemerkt.

Im Übrigen ist laut Datenblatt ein Betrieb von 1,8 Volt bis 15 Volt möglich.
Das wiederum bedeutet, das der Amp auch mit 2 Stück AA Batterien (je 1,5 Volt) betrieben werden könnte.

 

Platinen-Layout
Hier folgt nun mein Platinen-Layout, was sich im Laufe der Entwicklung zum Layout einer 'gedruckten' Schaltung entwickelte.
Allerdings konnte ich zwei Drahtbrücken nicht vermeiden. Diese sind aber im Layout gekennzeichnet und sollten als 'Unterflur', also auf der Kupferseite, ausgeführt werden.

Für einen einzelnen Aufbau wird man wohl aber doch eher die freie Verdrahtung einer Lochrasterplatine vorziehen.

Durch Anklicken der kleinen Darstellung (links) bekommt man ein PDF Dokument mit der Bestückungsseite und dem Layout (Kupferseite) in 1:1 Größe. Die Bauteilbezeichnungen sind auf dem Ausdruck in Originalgröße nicht zu erkennen, daher gibt es zusätzlich die Bestückungsseite in dreifacher Größe.

Das Eingangssignal wird auf ein Stereo-Potentiometer, 10kΩ log. geleitet. Anschlüße wie auf Schaltplan.

 

Bauteile-Liste
StkBezeichnungWertAusführung
1IC TDA 2822MAmplifier, DIP-8
1Festinduktivität, Spule100µHaxial, HBCC, Ferrit
1Elektrolytkondensator2.200µf/35V16x25mm
2Elektrolytkondensator1.000µf/35V12,5x25mm
2Elektrolytkondensator100µf/35V 8x11mm
1Elektrolytkondensator22µf/35V
2MKS Folienkondensator4,7µF
2MKS Folienkondensator1,0µF
3MKS Folienkondensator100nF
1ALPS Drehpoti. logarithm.LOG10K6mm Achse stereo
2Metallschichtwiderstand4,70 Ohm
2Metallschichtwiderstand100 Ohm
2Metallschichtwiderstand15,0 K-Ohm
1Lochrasterplatine 2,5mm Raster160x100mm Epoxyd
1Klinkenbuchse, geschl.6,3mm Stereo
1Hohlstecker-Einbaubuchse2,1mmBuchse für Steckernetzteil
2ChinchbuchsenInput, links=weiss, rechts=rot
 
Preise im September 2010:

Alle in der Liste aufgeführten Teile 12,22 Euro plus 5,60 Euro Versandkosten.
Der 'teuerste' Posten ist die Lochtrasterplatine, aber davon kann man 4 Headphone-Amps bauen.

Bestellt wurde bei Reichelt. Wie sich in der Vergangeheit zeigte, wechselt so mancher Anbieter hin und wieder seine Bestellnummern, darum habe ich ganz bewusst keine mit angegeben.

Im Preis nicht enthalten und auch nicht gelistet ist das Steckernetzteil, aber die liegen zur Zeit der Themenerstellung je nach Anbieter bei ca. 15 Euro.
Ebenso waren noch Cinchbuchsen vorhanden, zur Vollständigkeit sind sie aufgelistet, jedoch beim Preis nicht berücksichtigt.
Ein Gehäuse ist preislich ebenfalls nicht berücksichtigt, da ich mir das aus vorhandenen Alu-Resten 'dengelte'.

 

Fazit
Ganz grob für's Erste: Super! (mit klitze-kleinen Einschränkungen).

Der erste 'Knackpunkt' war, dass der Amp im Leerlauf gaaaanz leicht brummt. Es ist kaum zu hören, aber immerhin, mich stört es.
Dieses habe ich dadurch gelöst, das ich direkt an die Stromversorgungsbuchse 2 Stück noch vorhandene 1000µf ElKos anlötete. Das Brummen ist nun komplett weg, absolute Stille, ich mußte mich erst vergewissern, ob das Netzteil überhaupt angesteckt und eingeschaltet war !

Der zweite Punkt ist eher ein Problem der Gesamt-Lautstärke.
Der Amp liefert so viel Power, dass man das Poti für eine moderate Lautstärke kaum mehr als 2-3 mm von Null aufdrehen kann.
Danach wird es tierisch laut. Vielleicht sollte man doch ein wenig mit der Verstärkung experimentieren, das werde ich aber nicht tun (never change a running system).
Nach einigem Hin und Her habe ich nun direkt zwischen Input-Buchsen und Poti je Kanal einen Spannungsteiler 10 kΩ/1 kΩ angebracht, das regelt den Inputlevel soweit runter, dass man nun wirklich über den gesamten Poti-Bereich regeln kann, ohne dass einem gleich die Ohren explodieren.

Was mir noch auffiel: Mit meinen Sennheiser 'reference' und auch einem Aiwa Kopfhörer der leichteren Art klingt das Teil wirklich absolut super, klar und sauber.
Für diese kleinen 'Ohrpopel', die man sich entweder ans Ohr hängt oder direkt in die Ohren stopft (darunter auch ein Creative Zen Aurvana) ist dieser Amp wie 'Perlen vor die Säue werfen'. Scheinbar muss der Kopfhörer schon einer der hochklassigeren Sorte sein um die Qualitäten des Amp auszunutzen.


Nachtrag:

Mir hat es natürlich keine Ruhe gelassen und ich habe an den sog. Kopfhörerverstärker auch die CT Effekt 80, bestückt mit dem Visaton FRS 8 8Ω, angeschloßen und es macht einen ordentlichen, sauberen 'Krach' :-).
Die bei mir auch vorhandenen Center 81 von Visaton hinterlassen damit einen noch deutlich besseren Eindruck.

Somit wäre dann doch mit diesen Lautsprechen/Chassies und dem Headphone-Amp eine PC-Anlage, die nicht zu sehr 'donnern' muß, realisierbar.

Dieses IC soll laut meinen Informationen sogar sehr häufig in PC-Böxlein verbaut sein.

Im weiteren Verlauf habe ich nun auch meine WHy 2.03(S) angeschloßen und getestet. Auch diese lassen sich nicht lumpen und spielen munter drauf los. Allerdings ist mit diesem 'Ämpchen' bei den tiefen Frequenzen kein Klangwunder zu erwarten.
 
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